32-Zoll-Gravelbike bei Eddy’s Gravel Ride gesichtet

Beim Eddy’s Gravel Ride konnten aufmerksame Fahrer etwas Besonderes entdecken. Jochim Aerts, CEO von BCF, war nämlich auf einem auffälligen Prototyp unterwegs: einem Gravelbike mit 32-Zoll-Rädern. Innerhalb der Gravel-Szene wächst das Interesse an dieser größeren Laufradgröße rasant. Die Ingenieure der Belgian Cycling Factory arbeiten daher aktiv an einem eigenen Prototyp, um das Potenzial von 32-Zoll-Rädern im Gravelbereich gründlich zu untersuchen.

Der Durchbruch der 32-Zoll-Räder kam im Jahr 2025, als Mountainbiker bei Streckenbesichtigungen von Weltcup-Kursen mit diesem größeren Setup auftauchten. „Was als Nischenexperiment begann, entwickelte sich schnell zu einem interessanten Ansatz für die weitere Entwicklung“, erklärt Aerts. „Auch intern haben wir schnell reagiert. Hinter den Kulissen begann unser R&D-Team sofort mit der Entwicklung eines ersten Gravelbikes auf Basis dieser Laufradgröße.“

Dies erwies sich als keine einfache Aufgabe. Größere Räder erfordern eine vollständig neu entwickelte Geometrie, angepasste Reifenbreiten sowie eine sorgfältige Auswahl der Komponenten, um ein optimales Fahrverhalten zu gewährleisten. Inzwischen befindet sich das Projekt in einer fortgeschrittenen Testphase, in der umfangreiche Praxiserfahrungen gesammelt werden. „Es ist mir wichtig, selbst stets über alle Trends informiert zu bleiben, insbesondere wenn es sich nicht nur um eine Evolution, sondern um eine mögliche Revolution innerhalb der Fahrradindustrie handelt. Nach mehreren Testfahrten bin ich überzeugt, dass 32-Zoll-Gravelbikes erneut eine bedeutende Innovation darstellen werden“, so Aerts.

Vorteile und Herausforderungen

Das Interesse an 32-Zoll-Rädern kommt nicht von ungefähr. Der größere Durchmesser bietet zahlreiche Vorteile für Gravel-Fahrer. Einmal auf Geschwindigkeit gebracht, behalten die Räder ihr Momentum leichter bei. Zudem rollen sie effizienter über unebene Untergründe wie Kopfsteinpflaster, lose Steine und Wurzelpassagen. Auch die Stabilität nimmt spürbar zu, insbesondere bei längeren und schnelleren Gravel-Fahrten.

Gleichzeitig bringt die größere Laufradgröße auch Herausforderungen mit sich. Die höhere rotierende Masse macht die Beschleunigung weniger explosiv. Darüber hinaus erfordert diese Größe einen längeren Radstand und eine angepasste Geometrie, um ein präzises, vorhersehbares und dynamisches Lenkverhalten zu gewährleisten. Außerdem ist die Verfügbarkeit spezifischer Komponenten derzeit noch begrenzt. Genau hier liegt aktuell der Fokus des Entwicklungsteams: die ideale Balance zwischen Geschwindigkeit, Kontrolle, Komfort und Fahrgefühl zu finden.

Belgian Cycling Factory testet, verfeinert und entwickelt seine Prototypen weiterhin intensiv. Durch die parallele Bewertung mehrerer Prototyp-Geometrien sammelt das Team wertvolle Erkenntnisse, um die optimale Konfiguration zu bestimmen. „Wir sind überzeugt, dass wir die perfekte Balance finden werden, um ein äußerst attraktives 32-Zoll-Gravelbike auf den Markt zu bringen“, schließt Aerts. Mit dieser Entwicklung unterstreicht Belgian Cycling Factory erneut seinen Anspruch, Grenzen zu verschieben und Radfahrern zu ermöglichen, schneller, effizienter und komfortabler zu fahren – unabhängig vom Terrain.